Menschen mit Migrationshintergrund sind in der Neustadt willkommen

Die Neustadt ist ein buntes Viertel und lebt von der Vielfältigkeit seiner BewohnerInnen. Es ist ganz gleich, ob sie hier geboren wurden, ob sie vor vielen Jahren oder erst vor einigen Monaten hergezogen sind, woher sie kommen und ob sie die deutsche oder eine andere Staatsbürgerschaft besitzen. Wir setzen uns deshalb für die Umsetzung des Dresdner Integrationskonzeptes ein – damit die Neustadt auch Menschen mit Migrationshintergrund gehört.

Johanna Thoelke

Die Rechtsanwältin ist Mitglied des Neustädter Ortsbeirats und engagiert sich für das Gewerbe und die Kultur im Viertel.

WAS IST DAS BESONDERE AN DRESDEN?
Als ich vor zehn Jahren aus Berlin nach Dresden gekommen bin, habe ich mich in die Stadt verliebt und dabei ist es geblieben.

UND WAS IST WICHTIG IN DRESDENS STADTPOLITIK?
Der Stadtrat muss mehr auf seine Politiker vor Ort hören. Jede Entscheidung, die im Stadtrat getroffen wird, hat vor Ort Nebenwirkungen, die nicht bedacht werden. Ein Stadtrat aus dem Dresdner Süden fragt sich zum Beispiel, was wir gegen breite schnelle Straßen oder Investitionen in Millionenhöhe haben. Dass die Königsbrücker Straße durch ihre zentrale Lage unser Viertel prägt und die Neustadt eine kleinteilige Einzelhandelsstruktur hat, die empfindlich auf Veränderungen reagiert, kann er nicht wissen, da er hier nicht wohnt. Die Ortsbeiräte aber haben dieses Wissen und sollten mit ihren Bedenken und Vorschlägen ernst genommen werden.

WELCHE ‘WEISHEIT’ SOLLTEN SICH MENSCHEN IN DER POLITIK ZU HERZEN NEHMEN?
Es geht nicht darum, Recht zu haben, sondern den anderen davon zu überzeugen.

Christian Demuth

Politikwissenschaftler, 42 Jahre, stolzer Vater einer kleinen Tochter. Ich bin Vorsitzender des Vereins Bürger.Courage, der sich seit neun Jahren gegen Rassismus und Nazis in Dresden engagiert, und Vorsitzender des Herbert-Wehner-Bildungswerks auf der Kamenzer.

WAS BESONDERS IST AN DRESDEN?
Unsere Neustadt. Die bunte Nachbarschaft im Stadtteil, die immer noch besonders ist. Das Treiben auf den Straßen. Die Elbe und die Heide um die Ecke. Und auch wenn ich verstehe, das viele vieles schwierig finden: Die Neustadt ist mein Kiez, der anders ist als andere Stadtteile. In der ich mich wirklich zuhause fühle.

Manches nervt mich in dieser Stadt: Freunde und Nachbarn ziehen weg, weil sie die Mieten nicht mehr bezahlen können. Bürgernahe Stadtplanung wird den Interessen finanzstarker Investoren untergeordnet. Für Jugendliche gibt es zu wenig Angebote – gerade in der Neustadt. Es geht gar nicht, dass in der Verwaltung zwischen „nützlichen“ und „nicht-nützlichen Ausländern“ unterschieden wird.

Für eine andere Politik brauchen wir neue Mehrheiten. Dresden muss gerechter werden. Wählt also links der Mitte. Und mehr Neustädter in den Stadtrat. Wen ist mir dann fast gleich.

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